Bei Uncle Tan im Wildlife-Camp

Uncle Tan ist eine Institution am Kinabatangan-Fluß. Seit über 10 Jahren wird den Naturliebhabern und Dschungel-Freunden in Mitten des Sekundär-Walds entlang des Flusses ein unvergesslicher Aufenthalt geboten. Von Reisebekanntschaften hörten wir sogar in Laos, dass man die Besucher des Wildlife-Camps an ihren Schwärmereien über Flora und Fauna erkennen kann. Da gab es für uns kein Halten mehr: auf zum Onkel. Eins vorab, den 3-Tage/2-Nächte-Trip haben wir bereits wenige Stunden nach der Ankunft um eine Nacht verlängert.

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Bis unter die Zähne mit überlebensnotwenigem Dschungel-Equipment ausgerüstet, wurden wir im klimatisierten Mini-Van in zwei Stunden vom Base-Camp in Sepilok vorbei an gigantischen Palmölplantagen zum Bootsanleger gefahren. Von dort ging es zum Camp, wo uns schon die gesamte Crew erwartete. Wir wurden begrüßt, als wären wir langjährige Freunde, die mal wieder auf Heimatbesuch sind.
Das Camp, mitten im Sekundär-Wald errichtet, besteht aus einzelnen Hütten und zwei großen, offenen Gemeinschaftsterrassen, wo man sich trifft, isst und seine Erlebnisse austauscht. Die auf Stelzen stehenden Gebäude sind mit Stegen untereinander verbunden.
Unsere Hütte der Marke „Very Basic“ bestand aus drei Holzwänden, einem Blechdach, drei gut „eingelegen“ Doppelmatratzen und Mosquitonetze. Keine Tür, kein Schrank, kein Bett – aber dafür mitten in der wilden Natur!

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Nach kurzer Eingewöhnung ging es direkt zum „Briefing“. Detailliert wurde uns von einem Guide das straffe Programm für die kommenden Tage aufgezeichnet. 21:00 Uhr Nacht-Safari im Boot (1 Stunde), 6:30 Uhr Morgen-Safari im Boot (2 Stunden), 10:30 Uhr Dschungel-Trek (1 Stunde), 16:00 Uhr Proboscis-Trek (4 Stunden), 21:00 Uhr Nacht-Dschungel-Trek (1 Stunde), 6:30 Uhr Morgen-Safari im Boot (2 Stunden). Zwischendurch stand entsprechend nur noch Luftholen, Essen und Schlafen auf dem Programm.
Die Körperpflege wurde durch Springen in den Fluß erledigt. Dass wir am ersten Abend gleich in die rot-funkelnden Augen der örtlichen Krokodile blicken durften, gab dem Badespaß einen zusätzlichen Kick.

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Hornbill

Stell dir vor, du bist im Regenwald und es regnet nicht. Nachdem knapp zwei Monate vor unserer Ankunft das Camp meterhoch in den Fluten versank und anschließend der Regen aussetzte, machte der Fluss seinem Namen keine Ehre. Wir nannten ihn Rinnsal. Die extreme Trockenheit im Dschungel stellt nicht nur Pflanzen und Tiere vor große Herausforderungen, auch die Guides im Camp hatten redlich Mühe, die hochgesteckten Erwartungen der Besucher zu erfüllen. Andererseits hat Trockenheit auch seine guten Seiten: kein Waten im Morast, keine Mosquito-Plagen und keine Blutegelangriffe.

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Caterpillar

Mit vereinten Kräften, bzw. mehreren Augenpaaren gelang es der Crew, auf den Treks und Safaris eine beeindruckende Artenvielfalt zu finden. Die durchweg sehr jungen Guides (niemand im Camp war älter als 27 Jahre) drehten Wurzeln um, schauten unter Blätter, kannten Schlafplätze von allerlei Getier. Nur die Suche nach den frei lebenden Orang-Utans und Nasenaffen gestaltete sich sehr zeitaufwändig und schweißintensiv. Doch das Geschick und Glück war mit uns und so fanden wir auch diese Artgenossen hoch oben in den Bäumen und tief im Wald.

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Kingfisher (der Kopf ist beim Schlafen unter den Flügel geklemmt)

Außergewöhnlich und für uns bisher einmalig war das Abschlußtreffen bei dem wir gemeinsam mit einem Guide alle gesichteten Tiere auflisteten. Knapp 60 bestimmbare Insekten, Reptilien und Primaten liefen uns in den Tagen und Nächten vor die Augen. Eine kleine Auswahl an Fotos hält unser Flickr-Album für dich bereit.

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Baumwollkäfer
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Wolfsspinne

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Gänsehautpotential hatte das Abschiedsritual. Wollten wir aus dieser entspannten Atmosphäre überhaupt nicht mehr weg, sorgten die Guides dafür, dass wir auf jeden Fall wiederkommen. Wir wurden von jedem persönlich verabschiedet und die Crew sang uns gitarrenbegleitet, als wir mit unserer, nicht zum Einsatz gekommenen Spezialausrüstung wieder ins Boot kletterten, gemeinsam „Goodbye my fried, goodbye my lover“.

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Henning Groß Verfasst von:

3 Kommentare

  1. 18. März 2010
    Antworten

    nein..ich bin nicht neidisch :( ich weiß definitiv, was ich in meinem leben machen will: sowas! vor allem die bilder sind atemberaubend schön! mehr davon :)

  2. Dani
    18. März 2010
    Antworten

    Keine Blutegel? Hätt gern ein Bild gesehen wie sie euch auflauern. Nein Spaß! Sehr schön, ich will auch wieder loooos!

  3. bella
    19. März 2010
    Antworten

    könnt ihr rayasa doch das reisen schmackhaft machen…nur weiter so…ich bin eigentlich immer mit euch weiter unterwegs,wäre da der blöde wecker nicht…:)

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