Die Nasenaffen von Labuk Bay

Nasenaffen (Nasalis larvatus), hier auch Proboscis genannt, leben ausschließlich auf Borneo. Grund genug, ihnen einen Besuch abzustatten. Wir haben die Affen schon in der freien Wildbahn gesehen – dreißig Meter entfernt, hoch oben in Bäumen – aber unserem Teleobjektiv gelang kaum ein scharfes Bild vom als „stark gefährdet“ eingestuften (lt. IUCN) Primaten.

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Nasenaffe

Die Geschichte des Labuk Bay Sanctuary begann 1996, als ein Plantagenbesitzer zuhause plötzlich Besuch von einer Gruppe Nasenaffen bekam. Durch die Abholzung der Mangroven hatte er ihnen ein Großteil des notwendigen Lebensraums entzogen und in der Trockenzeit wurde den Tieren das Futter knapp. Die sonst extrem menschenscheuen Affen holten sich daher ihr Futter aus seiner Hütte. Der Plantagenbesitzer begann die Affen zu füttern und über die Jahre entwickelte er eine Faszination für die mit auffälligen Riechkolben ausgestatteten Tiere. Sein Hobby, die Fütterung der Primaten, verbreitet sich unter Freunden, Bekannten und Naturbegeisterten. Im Jahr 2001 wurde das Schutzgebiet offiziell eröffnet. Inzwischen weichen auf seinem Grund und Boden wieder Plantagenflächen neuen Mangrovenwäldern.

Die Affen ernähren sich hauptsächlich von Blättern und Jungtrieben der Mangroven, was ihren extrem eingeschränkten Verbreitungsraum entlang der Küste und tiefer gelegenen Flussgebieten erklärt. Dabei kauen sie die giftstoffhaltigen Blätter wie eine Kuh mehrfach durch und entziehen ihnen neben Nährstoffen auch einen Großteil der Tagesration Wasser.

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Nasenaffen

Uns standen heute bei drei Fütterungen über 100 Tiere gegenüber. Ein Männchen, als Stammesführer, herrscht über bis zu 40 Weibchen. Traumzustände für so manchen Mann. Um seinen Aufgaben als Stammhalter gerecht zu werden, ist er dabei von der Natur optimal ausgestattet worden (siehe Foto). Um schon von Weitem seine Qualität als Liebhaber erkennen zu können, gilt bei den Nasenaffen der Spruch „An der Nase des Mannes erkennt man die Größe seines Johannes“. Wobei mit „Größe“ eher die Qualität als Alpha-Männchen gemeint ist.

Neben den Nasenaffen tummelten sich noch einige weniger scheue Silvered Leaf Monkeys sowie die allerorten zu sehenden Makaken.

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Silvered Leaf Monkey
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Makake

Möchten wir ein Fazit des Tages ziehen, würden wir sagen, dass wir glücklich sind, diesen einzigartigen Tieren so nahe gekommen zu sein, ohne dass sie in einem Zoo o.Ä. eingesperrt sind. Nahe ging uns aber auch die Vorstellung, dass dieses Erlebnis einmal mehr nur möglich war, weil der Mensch die natürlichen Lebensbedingungen der Affen soweit beseitigt hat, dass diese ohne seine Hilfe kaum überleben können.

Webseite des Labuk Bay Sanctuarys

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Henning Groß Verfasst von:

Ein Kommentar

  1. michelle
    27. Februar 2011
    Antworten

    die affen sind der hammer

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