ciremai

Mit der Titanic auf die Banda-Inseln

Nein, Leonardo und Kate waren nicht wirklich mit der von der Partie und auch Eisberge gab es dank tropischer Temperaturen rund um die Molukken nicht. Auch hieß unser Kreuzer „Ciremai“.

Die Fähre sollte uns von Kota Ambon auf die weiter südlich gelegen Banda-Inseln bringen. Mit uns schienen gefühlte 40.000 weitere Menschen die gleiche Idee gehabt zu haben und so ließ sich beim Besteigen der Nachtfähre ein titaneskes Gefühl nicht vermeiden.

Als wir uns abends um Acht, drei Stunden vor Abfahrt, am Terminal einfanden, standen wir plötzlich in mitten einer riesigen, undurchdringbar scheinenden Menschenmenge. Überall wurde gerufen, gewunken, geschoben, gedrängt und geschubst. Schwere Kisten, Reissäcke, Kartons und andere Gepäckstücke wurden auf Schultern zu den Eingängen getragen. Als wir dachten, beklemmender kann es nicht mehr werden, betraten wir das Schiff.

hektischer Trubel am Anleger

hektischer Trubel am Anleger

Platzangst garantiert

Platzangst garantiert

da passen noch ein paar Kartons hin

da passen noch ein paar Kartons hin

Der Fußboden des ersten Decks war komplett mit Menschen gefüllt, die ihre Reiseutensilien neben sich gestapelt hatten und auf einer Pappe oder Decke sitzend die Fahrt antraten. Die Gänge waren mit Kartons zugestellt. Der Sauerstoffgehalt der Luft lag unter den Mindestanforderungen für gesundes Atmen und die Temperatur von 40 Grad mit ihrem 100%igen Feuchtegehalt erinnerte auch eher an eine finnische Dampfsauna.
Aber nicht nur die Economy-Decks im Schiff hätten jedem Klaustrophobiker in Schockstarre versetzt, auch die Aussenbereiche waren komplett mit Passagieren und deren Gütern zugestellt. Gedanken über eine mögliche Überbuchung der Fähre haben wir bewusst verdrängt.

Aus fehlendem Masochismus heraus, hatten wir vorab eine nicht unerhebliche Extrasumme ausgegeben, um in der ersten Klasse eine Doppelkabine bewohnen zu können. So standen wir wenig später in unserem Zimmer: zwei Betten, Dusche mit Heißwasser, Satelliten-TV und Klimaanlage. So komfortabel gebettet erreichten wir am nächsten Morgen, gegen 7 Uhr Bandaneira auf den Banda-Inseln. Ohne Eisberg, Leo und Kate.

2 Kommentare
    • Henning & Melanie
      Henning & Melanie says:

      Der Service war an sich gar nicht so schlecht. Es gab sogar heissen Reis mit frittiertem Huehnchen – in einer stylischen Styropor-Schachtel. Irgendwo war sicher auch der Pool- und SPA-Bereich versteckt, aber den konnten wir aufgrund der vielen Kartons ja leider nicht finden.

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