Bahnfahren in Japan

Eigentlich fahren wir ja gerne Bahn. In Deutschland und auf unseren Reisen. Man sieht was von der Landschaft, trifft Leute und erlebt Abenteuer.

In Japan ist Bahnfahren ein außerordentlich langweiliger Prozess, wie wir heute erfahren mussten. Mit dem Shikansen „NOSOMI“ Superexpress-Zug, einem so genannten „Bullet Train“, ging die Fahrt von Tokio nach Kyoto. Satte 110 Euro hat uns das Ticket für die Fahrt gekostet und was wurde uns dafür geboten?

Ok, der Zug war pünktlich. Auf die Minute. Wäre auch nicht weiter schlimm gewesen, wenn er ein, zwei Minuten zu spät gekommen wäre, denn die Super-Schnellzüge verkehren auf der Strecke aller paar Minuten. Wir hätten also den nächsten genommen und die Verspätung nicht mal gemerkt.

Auf der Fahrt konnten wir den Blick aus dem Fenster glatt vergessen. So schnell wie das Teil durch die Walachei raste (Spitzengeschwindigkeit: 300 km/h), flog die Landschaft unscharf am Fenster vorbei. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 206 km/h legten wir die fast 500 km in 2:30 Stunden zurück.

shinkansen_raserei

Ein fürchterlich netter Schaffner, der sich beim Betreten des Wagons vor uns allen Verbeugte, vermittelte Service am Kunden. Die äußerst freundliche Bordcrew, die Getränke und Essen verkaufte, machte das „iie“-Sagen (Nein-Sagen) eher schwer.

Das Ruckeln und Wackeln des Zugs erinnerte uns eher an einen sanften Flug mit einer 777 als an eine Eisenbahnfahrt – ausgenommen die unverschämte Beinfreiheit. Es hätte nur noch gefehlt, dass der Zug seine Fahrtrichtung wechselt. Dann hätten wir unsere Sitze nämlich um 360 Grad drehen gekonnt, um nicht rückwärts fahren zu müssen.

Also Bahnfahren in Japan kickt ja so was von null.

Henning Groß Verfasst von:

4 Kommentare

  1. bella
    5. Oktober 2010
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    oh mano wie langweilig,
    keine feuchten scheiben, kein 12h fahrt für 500km und keine wasserbüffel an den eisenbahnschienen zu sehen….gähn…

  2. rakaka
    7. Oktober 2010
    Antworten

    also ich weiß ja nicht, was du/ihr so beim bahnfahren erwartet!?! ihr hättet ja auch ne bummelbahn nehmen können, wenn euch der blick aus dem fenster so wichtig ist! 😉 oder ihr keinen übernetten service wünscht! die nettigkeit in japan find ich teilweise auch übertrieben, aber das ist halt bei denen so! service ist dort eben großgeschrieben!

    ich find’s immerwieder klasse, wenn ich dort lang komme!
    und die 110 EUR für diese distanz find ich auch ok! im gegensatz
    zu den preisen bei der deutschen bahn! da zahlt man ca. für 4 std fahrzeit von berlin bis nach ffm zu gelangen ungefähr den gleichen preis! gut.. es gibt zwar auf der strecke zwischen tokyo und kyoto ein paar stops weniger… aber kürzer sind die aufenthalte der züge dort auch nicht als bei der DB hierzulande.

    lustig find ich übrigens auch, dass z.b. allein nur auf der kurzen strecke zw. berlin und wb der ICE oftmals länger braucht als der IC, obwohl doch eigentlich das „E“ für Express steht?! und der scheiß dann noch rund 10 EUR mehr kostet, obendrein zeitweise verspätung hat! ist mir manchmal ein rätsel!

    naja whatever… ihr macht das schon! 😉

  3. 8. Oktober 2010
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    Hey rakaka: Das ist ein ironischer Artikel. Es war schon eine geile Fahrt. Japan Railways ist der DB meilenweit überlegen und die Freundlichkeit hier in Japann empfinden wir als äußerst angenehm. Leider ist unser Reisebudget nach 9 Monaten doch etwas gebeutelt so das wir uns für künftige Fahrten nach günstigeren Alternativen umsehen müssen.

  4. rakaka
    13. Oktober 2010
    Antworten

    ich weiß!… weiß ich doch! … hätte mich auch gewundert wenn nicht…! ich wollt den unterhaltungswert nur nochmal etwas anheben! ;D

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