Auf Einladung von: Maik

Neben rohem Fisch, Sake und Reis hat Tee einen festen Platz in der japanischen Ernährung. Zu jedem Essen erhält man in den Restaurants grünen Tee for free (in unbegrenzter Menge), aus grünem Tee werden hier die aberwitzigsten Lebensmittel hergestellt (Süßigkeiten, Eis) und er wird zeremoniell zu sich genommen.

Wir haben auf einer unserer endlosen Erkundungstouren durch die 1.600 Tempel Kyotos an irgend einer Stelle den Abzweig verpasst und standen plötzlich vor einem kleinen Restaurant, eingebettet in einem hübschen Zen-Garten mit plätscherndem Bach, gestutzten Bonsais und geharkten Kieseln. Zu unserem Glück machte sich gerade eine herumlärmende Reisegruppe aus dem Staub und hinterließ uns als einzige Gäste in der neu geschaffenen Ruhe.

kyoto_gruener_tee01

 

Wir suchten uns einen Platz an einem Tisch und ließen uns auf den Reismatten nieder. Selbiges hätte Maik sicher auch gerne gemacht, denn die anschließende Überraschung konnte nur in dieser Umgebung ihre volle Wirkung entfalten.

Kennen wir grünen Tee meist nur als gefärbtes Wasser im Teeglas, zeigte man uns in Kyoto wie sowas auf japanisch aussieht.

Wir haben nicht schlecht gestaunt, als in der Schale die blasenwerfende grüne Flüssigkeit vor unserer Nase landete. Zum Glück gab es noch „Kyoto Sweets“ dazu. Doch bevor wir damit den recht herben Tee neutralisieren konnten, erschreckte uns auch deren Konsistenz. Wie zäher, gummierter Speck wehrte sich das „Häufchen“, sich von uns aufspießen zu lassen. Auch nach erfolgreichem Verzehr hörte die Überraschung nicht auf. Wir kauten auf dem Zucker wie auf weichem, Gummi herum. Am Ende gab die Süßigkeit doch noch nach und die Kombi aus herbem Tee und sonderbarem Zucker ergab plötzlich einen kulinarischen Sinn.

Und obwohl Mutti immer gesagt hat, dass man nicht mit dem Essen spielt, haben wir es doch gemacht – und auch noch gefilmt.

Für 6 Euro war diese kurze Teepause eine weiteres Erlebnis, dass uns Japans verrückte Küche unvergesslich machen lässt. Schön, dass Maik mit von der Partie war.

Domo arigato Maik!

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Henning Groß Verfasst von:

4 Kommentare

  1. Dani
    10. Oktober 2010
    Antworten

    Lecker lecker!!

  2. Hendrik
    11. Oktober 2010
    Antworten

    Ich hatte ja schon gedacht ihr habt ein Kugelfisch nicht überlebt. Hattet echt lange nichts von euch hören lassen 😉

    LG

    • 11. Oktober 2010
      Antworten

      @Hendrik: Verzeih uns. Wir waren vom Sightseeing zu erschöpft, um die richtigen Worte für´s Erlebte zu finden. Besserung ist momentan nur schwer in Sicht bei dem vollen Reiseplan. Wir werden uns aber bemühen, Euch bei Laune zu halten.

  3. 13. Oktober 2010
    Antworten

    Also:

    In dem Restaurant hätte ich sicherlich sehr, sehr gerne Platz genommen – aber dieses panierte Stück Speck/Zucker/Was auch immer – das wäre ne extreme Überwindung gewesen oô Es sieht schon so komisch aus…

    Bin froh, dass ich „dennoch“ dabei war :)

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