Auf Einladung von Holger, Rainer und Manuela

Was wir von Aalen halten, ist seit unserer Abschiedstour 2009 ja jedem Leser bekannt. Was die Japaner von Aal halten, wissen wir jetzt auch. Unagi ist hier eine Delikatesse. Grund genug, sich ein Restaurant zu suchen, in dem es zum Duell zwischen ammerländer Räucheraal und japanischem Aal kam. Das Ergebnis vorab: beide sind Gewinnertypen.

 

Logisch, dass wir dieselbe Tischbesetzung in Gedanken bei uns hatten, wie bei unserer Abschiedstour: Rainer & Manuela sowie Holger.

In Kyoto, der kulturellen und kulinarischen Hauptstadt Japans, fiel uns im Stadtteil Gion ein am Wasser gelegenes Restaurant auf, welches mit romantisch beleuchteten, wasserseitig hinter großen Glasfronten gelegenen Separées einlud.

Die Speisenauslage im Eingang bestand weitestgehend aus Aal in Varianten. Wir hatten also unseren Platz zum japanischen Aalessen gefunden. Wenig später saßen wir auf Reismatten auf dem Boden im Restaurant, den Blick aus eben jenen Fenstern auf´s Wasser gerichtet, Kyoto überblickend.

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Da Aal bekanntlich schwimmen muss und Reis auch keine Pflanze der Trockenheit ist, rundeten klare Fischsuppe, grüner Tee und ein Fläschchen Sake das Gedeck ab. Für Japan typisch ist die Anreichung des Aals auf Reis. Anders als im ammerländer Spieker ist der Fisch bereits in stäbchenfreundliche Filets (Achtung! Wir meinen Essstäbchen und nicht Fischstäbchen!) portioniert, was das Hantieren und Essen deutlich vereinfacht.

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Wie hat´s geschmeckt:
Der Aal war als willkommene Abwechslung mal nicht roh, sondern in unbekannte Art eingelegt und auf selbige gegart. Entsprechend zart und würzig waren die Filets. Dank Zitronengraspuder stellte der Reis einen spannenden Kontergeschmack dar. Zusätzlich gab es zum Verfeinern des Fischs noch eine säuerliche – möglicherweise aus einer Art Meerrettich hergestellt – Sauce.

Insgesamt verbrachten wir einen spannenden Abend mit unserem Aal, dem Sake und dem fantastischen Blick über Kyoto, der unseren Geldbeutel um 50 Euro erleichterte und uns um die Erfahrung reicher machte, dass es in Deutschland einen Ort gibt, der sich vor dem Mutterland des Fischverzehrs nicht verstecken muss.

Schon heute freuen wir uns auf fettige Finger und Löffelschnaps im Ammerland. Dann aber mit der echten Tischgesellschaft.

Domo arigato Rainer, Manuela & Holger!

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Henning Groß Verfasst von:

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