Auf Einladung von: Nils-Oliver

Wenn man in Tokio ein paar Tage Zeit hat, dann gehört ein Besuch auf dem Tskuiji- Fischmarkt, dem weltgrößten Fischmarkt, zum Pflichtprogramm. Auch wir haben uns dem Seegetier-Massaker hingegeben und sind durch die Hallen voller frischem Fisch und Seafood gewandelt. Zugegeben, eigentlich vergeht einem beim Anblick der lebendig aufgeschlitzten Fische und den blutverschmierten Schlachtbänken der Appetit auf alles, was aus dem Meer kommt, doch beim Anblick des taufrischen Tunfischfleischs drängt sich der Gedanke an eine Fischmahlzeit doch in den Vordergrund. Und findet man dann in einer Seitenstraße eine Menschenschlange vor einem Sashimi-Lokal, hat man nur eine Wahl – Reingehen.

Nils hat uns bei seiner Einladung schon signalisiert, dass er rohem Fisch gegenüber nicht abgeneigt ist und so haben wir mit seinem Geld in der Tasche und ihm in Gedanken den wohl frischesten Sashimi gegessen, der je vor unseren Essstäbchen gelandet ist.

sahimi_aussen

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Der Laden bestand aus einer langen Bar, an dem alle Gäste ordentlich aufgereiht sitzen und drei hinter der Theke stehenden Fisch- & Reiszubereitern. Schlauchförmig und so schmal wie manch Hausflur, wurden dort im Akkord die Schalen mit Reis gefüllt und mit rohen Fisch- und Seafood-Variationen bedeckt. Ein Ordner sorgt dafür, dass sich niemand vordrängelt und nimmt die Bestellungen auf.

Wir entschieden uns für 2 verschiedene Tunfisch-Varianten und warteten geduldig knapp 30 Minuten, um Einlass zu erhalten.

Der Pot Reis mit Fisch wurde mit einer Algen-Fischsuppe und eingelegten Eierstöcken (!) ergänzt. Obligatorisch gab es grünen Tee dazu.

sahimi_aussen

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Wie hat´s geschmeckt?
Sensationell. Auch wenn wir ja immer geschrieben haben, Fisch schmeckt nach nichts, meinen wir damit immer, dass er eben nicht fischig (=alt) schmeckt oder riecht. Dank der Frische – wir hatten das Gefühl der Tunfisch zappelte noch als er auf unserem Reis landete – erinnern Geruch und Geschmack eben nicht an Fisch. Das Fleisch war sehr zart, fast schmelzend, die Eierstöcke hingegen etwas gewöhnungsbedürftig, als Snackbeilage jedoch durchaus geeignet. Es war mit Abstand das Beste Sashimi, dass uns je vor der Nase gelandet ist und dank der besonderen Umgebung gehört auch dieses Essen zu unseren Highlights.

Im Vergleich zu den sonst luxuriösen Sushi-Preisen, hielt sich dieses außergewöhnliche Frühstück mit seinen 23 Euro erstaunlich moderat.

Domo arigato, Nils-Oliver!

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Henning Groß Verfasst von:

2 Kommentare

  1. Nils
    31. Oktober 2010
    Antworten

    Oh, das freut mich aber!
    Das sieht aber wirklich sehr gut aus, und ich wäre sehr gerne live dabei gewesen! Schön.
    Viel Spaß weiterhin!
    Beste Grüße
    Nils

  2. 18. April 2013
    Antworten

    Ein toller Reisebericht und viel frischer wird der Thunfisch wohl nur noch, wenn man ihn selbst fängt 😉

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